Am 31 Juli endete ein bedeutendes Kapitel in unserem Leben – mein Tagebuch schreibt aber, dass dieses Ende- der Anfang einer noch viel spannenderen Reise werden soll…
Bevor wir in den Flieger stiegen, der uns nach 8 Monaten wieder nach Hause trug, nahm ich Olush’s Haende in meine, schaute sie an und bedankte mich: “Frau Dueckmann- meine beste Freundin- ich moechte meinen tiefsten Dank zum Ausdruck bringen- Danke fuer dieses Abenteuer!”
10 Laender in 8 Monaten- das Gesehene, Gefuehlte, Erlebte wirkt nach vier Wochen in Deutschland unreal und unheimlich weit weg…
Wir haben es schon eine Weile lang geahnt, der Gedanke sass uns seit einigen Wochen im Nacken und wir wollten ihn nicht wahr haben- es kommt zu einem Ende… In Vancouver kam es dann an einem Abend, zu dem auch fuer uns irgendwie ueberraschendem Entschluss: Es ist an der Zeit nach Hause zu kommen… Ich buchte unsere letzten zwei Fluege: von Seattle nach Los Angeles und von Los Angeles nach Duesseldorf. Mir blieb der Atem stehen als ich den Buchungsbestaetigunsknopf ohne Reiseruecktritt anklickte und poetzlich schoss es mir einmal mehr durch den Kopf: So schnell, so schnell dreht sich der Zeiger…Wir haben so lange darauf hin gefiebert- alles schien sich nur noch um diese Weltumrundung zu drehen, und jetzt? Wir sind angekommen- an dem Ort, an dem wir vor 8 Monaten losgezogen sind… Ich muss euch sicher nicht zu sagen, dass es sich unglaublich, unwirklich und vor allem komisch anfuehlt wieder hier zu sein- auf unserer Terrasse…
Wir liessen uns den Pacific Highway hinunter an der amerikanischen Grenze rausschmeissen, wanderten noch einige hundert Meter in der Mittagshitze Richtung Amerika und liessen so Kanada hinter uns. Nach etwa einer Stunde kreuzte Joey wie besprochen auf um uns abzuholen. Er nahm uns mit nach Seattle, wo uns Jake und Remy nach einem Besuch in einem deutschen Bierhaus dann nach Yakima nahmen. In der Steppe, mitten im Nirgendwo, auf einem kleinen Berg verbrachten wir 3 wunderschoene Tage an einer Bibelschule. Wir hatten viel Ruhe und genossen die Zweisamkeit, schrieben erstmals an einem gemeinsamen Lied und waren ueberwaeltigt von den ringsum sonderbaen Gebirgsformationen… An diesem Ort fuehrten wir uns nochmal vor Augen, dass uns alle Tueren offen stehen und, dass alles- wirklich alles moeglich ist… Als uns dann auch noch das Angebot unterbreitet wurde, fuer 10 Monate nach Mexico zu ziehen um dort als Worshipleader in einer Gemeinde zu arbeiten, kam ein Hauch von Zweifel in mir auf, ob denn die Reise hier zu einem Ende kommen sollte. Aber es war dran- ganz sicher, auch wenn wir am Morgen unsere Augen oeffnen und dabei nachdenklich auf die Decke unseres Schlafzimmers schauen, uns wuenschen wieder auf Tour zu sein- etwas sagt uns dabei, dass es der richtige Weg war, den wir nun eingeschlagen haben…
Mit Jake zogen wir dann runter nach Oregon/ Portland um noch einmal eine ordentliche Portion Gemeinschaft zu tanken. Wir genossen die vorbildliche Gastfreundschaft bei Jakes Eltern. Tiefgehende Gespraeche, das Luftmatratzen Fluss treiben und eine Staedtetour mit dem besten Reisefuehrer und der wohl treuesten Seele (Joey), bleiben in Erinnerung. Den kroehnenden Abschluss verdanken wir dem Open Air Concert mit Phil Wickham. Dann hiess es Abschied nehmen…
Ueber eine Mitfahrgelegenheit kamen wir wieder in Seattle am Airport an und ich hatte nur eines im Sinn: Wie bekomme ich die teuer erworbene Gitarre als Handgepaeck in den Flieger? Dank Olushs Ablenkungsmanoever gelang es uns den Koffer an den Stewardessen vorbei zu schmuggeln- Erleichterung.
Los Angeles- die letzte Woche.
Nichts aussergewoehnliches, eine Woche lange einfach nur reflektieren und vorbereiten (sofern das ueberhaupt moeglich gewesen ist) Wir besorgten uns einen Mietwagen und streiften damit von einem Highway zum naechsten. Wir schauten uns ein paar typische Sehenswuerdigkeiten an und schlaenderten ueber den Walk of Fame. Diese oberflaechliche Welt- wie koennen wir die wertvollen, auf der Reise gesammelten Schaetze behalten? Wie halten wir dem ganzen Stand in einer Gesellschaft mit verdrehten und verwirrten Wertvorstellungen: Meine groesste Angst vor dem nach Hause kommen. Nichts soll mehr “normal” sein…
In einem heruntergekommenen, Billig-Motel, inmitten eines mexikanischen Viertels lagen Olush und ich weinend auf dem Bett, am naechsten Tag wuerde es Heim gehen. Noch einmal festhalten, was nehmen wir mit und woran klammern wir uns wenn es wieder los geht. Es ist fast so als wenn man sich entscheidet in eine Hochgeschwindigkeits-Achterbahn zu steigen, in der man mit aller Muehe versucht einen Haufen wertvoller Dinge festzuhalten…
Zu Hause wusste niemand, dass wir kommen wuerden. Wir machten unseren Liebsten glaubhaft, das wir noch fuer 10 Monate nach Mexico gehen wuerden, standen dann aber am folgenden Sonntag mit unseren Rucksaecken vor der Haustuer. Alle waren da und brachen in lautes Geschrei und Traenen aus und wir vielen in ein Ringen ums realisieren und begreifen.
Irgendwie reingeschlendert, reingestolpert- die Kombination aus 18 Stunden Flug und Zugfahrt, Jetleg und begrenztem Wahrnehmungsvermoegen versetzte uns in einen nebelaehnlichen Gefuehlsrausch, der irgendwie immer noch anhaelt…
Es ist wirklich schoen wieder unter seinen Lieben zu sein…
Ploetzlich werden ganz schnell eine Welle von Anforderungen an uns gestellt und ich komme mir vor, als wuerde ich unvorbereitet in einer Matheklausur sitzen.
Und es wird nicht leichter. Bei einer Autofahrt kollidierte unser neues Fahrzeug frontal mit einem Motorradfahrer. Er liegt nun
im Krankenhaus und den Umstaenden entsprechend noch wirklich gut davon gekommen. Da sind wir wirklich dankbar fuer. Uns geht es koerperlich super- die Airbags sind uns um die Ohren geflogen und wir tragen immer noch nen Schrecken mit uns rum. Jetzt sehen wir erstmal zu, das wir den Blechhaufen wieder irgendwie zum rollen kriegen…
Aber wie schon gesagt: Das Ende ist der Beginn etwas noch viel Groesserem!
Es geht nicht um den Ort- wir sollten alle stets auf Reisen sein und dabei immer Acht geben, dass wir uns nicht einfach von dem irrsinnig schnellen Sog um uns herrum mitreissen lassen. Hierbei nicht unterzugehen funktioniert unserer Ueberzeugung nach nur mit einem Reisefuehrer- Jesus. Und auch wenn sich jetzt alles komisch anfuehlt, so halten wir uns vor Augen, dass es nicht auf die Gefuehle ankommt, sondern auf die unerschuetterlichen Zusagen und Wahrheiten, die uns der Reisefuehrer auf dieser Abenteuertour macht.
Following Christ is a journey- and we are on the way…
peteandolush
Wir werden diesen Blog weiter fuehren und lassen euch dabei gerne weiterhin an unseren Abenteuern teilhaben…
Nun sind wir schon sechs Wochen in Vancouver. Seit Beginn unserer Reise ist es die laengste Zeit an einem Ort.
Wir haben uns in den 7 Monaten an das Nomaden Leben gewoehnt. Jederzeit die Sachen packen koennen und weiterziehen ist ein unbezahlbares Gut. Jetzt sind wir in einer Phase, in der wir entscheiden muessen wie es weiter geht und dabei vermissen wir die Unbeschwertheit der letzten Wochen. Pete ist unter der Woche immer wieder mit Alex auf den Baustellen unterwegs waerend ich mir versuche die Zeit mit Einkaeufen, Kochen und Haushaltsarbeiten zu vertreiben, so wage ich mich sogar an Rezepte heran, vor denen ich die letzten 4 Jahre Respekt hatte und lieber meine Muetter hab kochen lassen. Es ist auch schoen soviel Freizeit zu haben, aber nach ein paar Wochen sehne ich mich wieder nach einer Herausforderung.
Jetzt aber erst mal etwas dazu, was wir in den letzten Wochen erlebt haben:
Wir erhielten vor 2 Wochen ganz spontan die Einladung unsere Freunde in den Staaten zu besuchen. Tracy und Jake lernten wir in Kambodcha kennen und in den 4 Tagen, die wir mit ihnen gemeinsam reisten wurde ganz schnell klar, das wir auf einer Wellenlaenge waren und uns unbedingt wieder sehen mussten. Also nahmen wir die Einladung ueber das lange Wochenende an und freuten uns riesig auf das Wiedersehen. Jake schrieb uns vorab, das er und seine Frau auf das Haus seines Chefs aufpassen wuerden, waehrend dieser im Urlaub war.
Als wir ankamen und die riesige Villa sahen, freuten wir uns noch mehr auf das Wochenende, denn ein Haus dieser Art durften wir bisher nur von aussen bestaunen. Das wunderschoene Anwesen mitten in der Wueste, umgeben von skurrilen Bergformationen war mit allem ausgestattet, was man zum Entspannen und Spass haben benoetigt. Jake und Tracy empfingen uns wie altbekannte Freunde.
The Mansion:
In den 2 Tagen, die wir dort verbringen durften, hatten wir eine intensive Gemeinschaft und immer wieder sehr besonderen Austausch. Fuer Pete und mich war diese Zeit, wie ein wieder aufwachen nach den letzten eher orientierungslosen Wochen und unsere Ziele wieder neu fokussiert. Immer wieder kam es in unseren Gespraechen zu Ideen und Spinnereien ueber Moeglichkeiten, wie wir zusammen fuer Gott etwas starten koennten. Den Independence Day in den Staaten zu verbringen war sehr interessant. Mitten im Nirgendwo, in einem verschlafenen Farmer Doerfchen erlebten wir den absoluten Patriotismus im Neujahrsstil. Eine Kirmes Sparversion: Riesiges und von Disney Musik begleitetes Feuerwerk , eine Altrocker Band, ein Haufen Vokuhila Frisuren und Hot Dog Staende. Nach 20 Minuten Jubel vetrieb der eisige Wuestenwind die stolzen und endlich unabhaengigen Englaender in ihren uebermaessig grossen Trucks nach Hause.
Waerend die Amerikaner ihre Unabhaengigkeit feierten, entdeckten Pete und ich unsere Unabhaengigkeit neu. Der Gedanke, dass uns in unserer Situation unzaehlige Moeglichkeiten offen stehen machte uns unruhig.
Wir werden wohl nie wieder so ungebunden sein und somit universell einsetzbar- deshalb fragen wir Gott seit Tagen nach einer konkreten Richtung fuer die letzten Monate der Reise (und auch darueber hinaus).
Am Sonntag besuchten wir noch Joey in Seattle, auch ein neuer Freund .Nach dem Marshill Gottesdienst ueberzeugte Joey uns von seinen Reisefuehrerfaehigkeiten. Er zeigte uns verschiedene Spots und an einigen wurde einer meiner Lieblingsfilme gedreht „10 Dinge die ich an dir hasse“. Die Jungs powerten sich mit Parkour aus und hatten dabei sehr viel Spass. Joey, der wohl beste Gastgeber, bereicherte die ohnehin schon unbeschreibliche Gemeinschaft.
Nach dieser Zeit fiel der Abschied schwer, ein einziges Wochenende hatte uns so stark zusammengeschweisst.
Nun sind wir wieder in Vancouver und waerend wir unsere neuen Freunde vermissen, planen wir schon unser Wiedersehen. Solange befinden wir uns noch in einer Erwartungshaltung, gespannt auf eine Antwort bezueglich der Fortsetzung unserer Reise…
3 Wochen Canada liegen hinter uns. Die leeren Seiten meines Tagebuchs zeugen von einem zuvor gefuerchteten Phaenomen: Gib einem Reisenden eine Wohnung und einen Job- am besten noch ein Mobiltelefon und schon ist es passiert- das auf dem Weg verloren gegangene Wort „Alltag“ wird sich in kuerzester Zeit wieder eingeschlichen haben. Es ist merkwuerdig, vor 3 Wochen waren wir noch auf Fiji und es hat sich so super abenteuer- backpackermaessig angefuehlt. Aber Vancouver hat, so scheint es, den Freifall ohne jede Vorwarnung und ohne Fallschirm zum bremsen gebracht. Ein harter Aufprall… So trete ich als Hamster wieder ins Laufrad und frage mich, wo die letzten Monate geblieben sind. Was haben wir gelernt und was bleibt nach den ganzen Eindruecken? Oh man, die westliche Konsumgesellschaft reisst uns schneller wieder in ihren Bann als uns lieb ist.
Die Countdown Uhr auf der Homepage laeuft in einem gewaltigen Tempo auf den Tag der Heimkehr zu und damit haeufen sich auch die Fragen. Wie geht es weiter? Wir wussten ja irgendwie, das es zu einem Ende kommen wuerde- aber so? Und bald schon? Da ist doch noch der Drang wieder aufzubrechen und zu reisen. Aber irgendwie denken wir, das es gut ist diesen Vorgeschmack von Alltag schon hier zu kosten, bevor wir Heim kommen. Ich versuche meinen Freund Alex noch ernsthaft zu ueberzeugen, das er mit mir fuer eine Woche nach Alaska fliegt, denn das Wochenende mit einigen neuen Freunden in der Wildnis von Boston Bar, hat in mir den Hunger nach einer abgeschiedenen, rauen, Maenner- survival- Tour geweckt.
Eine am Gebirge gelegene Holzhuette in dem typisch kanadischem Wald Dickicht- geziert mit einem weiten Fluss, dessen rauschen an einigen Stromschnellen wohl das einzige ist, das die atemberaubende Stille bricht.
Kanada ist mit unter eine der schoensten Landschaften, die wir bisher geniessen durften. Die Weiten sind unermesslich und wieder einmal sind die Bilder nicht in der Lage dieses faszinierende Panorama ausreichend fest zu halten.
Einen einzigartigen Moment mit aller Macht versuchen zu realisieren, habe ich oft versucht…Wie ich den Quad so an den steilen Abhaengen entlang jagte kam es mir in den Sinn: Das hier ist jetzt, es passiert jetzt und hier!!! Ueberwaeltigt von der Natur merkte ich, waehrend ich mit dem Quad beschleunigte, wie das Adrenalin ausgeschuettet wurde- was fuer ein Moment…
Ja und Olush hatte natuerlich auch ihren Spass…
Am Abend heizten wir die am Fluss gelegene Holzofen Sauna an. Das eiskalte Gletscherwasser sorgte fuer die noetige Abkuehlung- herrlich!
Ich arbeite die Woche ueber oft mit Alex auf dem Bau und es ist spannend mit zu erleben, wie mein Freund diesen Weg geht… Ich sammle wertvolle Erfahrungen und habe dabei auch noch jede Menge Spass.
Der Bulli von Alex ist mit zwei Sitzen ausgestattet. Aber manchmal braucht der Arbeitgeber mehr als nur einen Helfer und in so einem Fall kommen dann Transportmoeglichkeiten ins Spiel, die denen in Asien gleichen: Ein umgedrehter Eimer zwischen den zwei Vordersitzen bildet den dritten Sitz. In Asien haetten wir auch 4 Eimer in die Fahrerkabine qeutschen koennen und es waere in Ordnung. Der kanadische Polizist sah das ganze aber nicht so… Ich sass auf dem Eimersitz und versuchte mich so unauffaellig wie moeglich zu verhalten, als der Polizist die Tuer oeffnete. Mit der Hoffnung, das ihm entgehen wuerde, das ich nur auf einem Stueck Kunsstoff sass, spielte ich ganz locker mit meinem Handy. Doch dieser war nicht dumm und rief mit einem Funken Freude in seinen Augen: “GOT YA!”- aus. (was mit:”hab dich”- zu uebersetzen ist). “Yeah- got me” sagte ich grinsend…Ich konnte mich nur mit meinem deutschen Fuehrerschein ausweisen. Ich musste aussteigen um ihm meine Personailien fuer den Strafzettel zu buchstabieren. Er haendigte mir das Souvenier fuer die Straftat aus und ich fragte wie viel mich das kosten wuerde. Darauf antwortete er lachend: 168 canadische Dollar. Ich senkte den Kopf und wollte schon gehen als er noch hinzufuegte: “Aber Junge, du glaubst doch nicht das du das zahlen musst? Du bist doch Tourist hier…” Das konnte ich nicht ganz glauben, aber er versicherte mir das ich ungestraft davon kaeme, bis auf die Tatsache, das ich mitten auf dem Highway sass und Alex mich logischer Weise nicht mehr mitnehmen konnte.
Nach ca. 15 min. kam der Polizist mit dem Wagen vorgefahren um mich zu fragen, ob er mich nicht in die Stadt fahren soll. Ich sprang in den Polizeiwagen und alberte mit dem kurz vor seiner Rente stehenden Polizisten rum- wohl der laessigste, den ich in meinem ganzen Leben getroffen habe.
Es haette auch anders ausgehen koennen- der Typ koennte meinen Pass mit Visa fordern und bei mir abkassieren…
Olush ist hier Vollzeit Hausfrau, worauf sie sich eigentlich gefreut hatte, aber bei so viel Freizeit ohne Beschaeftigung versteht es sich, das sie Plaene schmiedet, wie es denn nun weiter geht und in wie weit der USA Trip noch zu realisieren ist, denn nachdem ich mir hier eine neue Gitarre gekauft habe muss noch einmal neu kalkuliert werden, aber wie es aussieht werde ich mir wohl noch einen Job suchen muessen.
Irgendwie ist es eine spannende Zeit, ein mit Fragezeichen gepflasterter Weg. Wie gestaltet sich das Ende der Reise und was bringt der Neuanfang in Deutschland?
Unsere Tour mit dem Leihwagen um die Hauptinsel von Fiji, wurde aufregender als uns lieb war.
Mit einem Zwischenstopp in einem wunderschoenen Hotel in Suva, der Hauptstadt von Fiji, ging es weiter auf unsere Erkundungstour. Die Ausfahrt zur Hauptstrasse verpassten wir, sodass der eingeschlagene Weg uns direkt in das Inselinnere fuehrte, wo zu unserer Ueberraschung die Strasse einfach aufhoerte. Einige Autos kamen uns entgegen und ein Strassenschild wies uns darauf hin, das nun ein unsicherer Part durchs Gebirge folge und die Regierung hier Strassenarbeiten durchfuehrt.
Da Pete und ich nicht wenden wollten, um die paar Kilometer zur Hauptstrasse zurueck zu fahren, wagten wir das Abenteuer, immerhin kamen uns ja auch einige Autos entegegen. Das wir einen tiefergelegten Toyota fuhren, schlossen wir leider nicht in unsere Ueberlegungen mit ein.
Als wir nach etwa 10 Kilometer immer noch auf einem von groben Steinen gemachten Weg fuhren, wurden wir ungeduldig. Ploetzlich hoerte der Steinweg durchs Gebirge einfach auf und stattdessen passierten wir nun den von der Regierung angegebenen unsicheren Part. Mit unsicher ist wohl gemeint, das nun ueberhaupt kein befahrbarer Weg mehr zu sehen war. Links ging es den Abhang steil hinunter und zur rechten waren nur hohe Steinwaende zu sehen, dazwischen der Weg aus schlammiger Erde mit tiefen Spuren von Trucks, die hier die vorher genannten Strassenarbeiten durchfuehrten. Wenden war unmoeglich und so fuhren wir die naechsten 5 Kilometer mit 10 kmh und Pete versuchte den tiefen Spuren der Trucks auszuweichen und dabei moeglichst nicht in irgendeinem Schlammloch stecken zu bleiben. Als wir dann auch noch ueber schmale Holzbruecken die Schluchten ueberqueren mussten, war das Abenteuer fuer Pete perfekt und ich mit Todesangst konfrontiert. Nach ueber 2 Stunden hatten wir die 20 Kilometer geschafft. Das tiefergelegte Auto setzte mehr als einmal so stark auf, das die Oelwanne wohl nun hinueber war. Durch die Ueberhitzung des Wagens blieb er uns 3 mal einfach stehen und wir mussten warten, bis der Wagen wieder anspring. Ich bezweifelte in dem Moment, das wir ueberhaupt ankommen wuerden. Mit hoechster Anspannung fuhren wir nun weiter, denn der Wagen drohte jederzeit den Geist aufzugeben.
Das Auto konnten wir gluecklicherweise in dem Zustand abgeben, da wir es unversichert gemietet hatten. Aber es tat uns leid um den Typen dem das Auto gehoerte.
Die Fahrt durchs Gebirge hatte sich am Ende aber doch gelohnt, da wir durch suesse, einheimische Doerfer fuhren und einen schoenen Einblick in das Leben der Einwohner bekamen.
Die nachsten 3 Tage sassen wir in Nadi fest. Es fiel uns schwer eine Entscheidung ueber die Art der Weiterreise zu treffen. Wir verschafften uns einen Ueberblick der Inseltouren am Hafen und im Internet und waren entmutigt wegen der sehr hohen Preise. Eine Bootsreise mit Uebernachtung an Bord sollte pro Person, fuer 3 Tage etwa 800 Euro kosten. Die andere Variante war ein Komplettangebot mit Uebernachtung in einfachen Bungalows und Inseltransfer fuer 4 Tage fuer 400 Euro pro Person. Wir entschieden uns fuer die guenstige Moeglichkeit die Inseln zu sehen. Mit dem Boot vorbei an den kleinen, traumhaften Inseln der Mamanuca Gruppe, kamen wir an unserem ersten Resort auf Kuata an. Eine Insel die man innerhalb von 10 Minuten erkundet hat. Die Straende waren leider nicht so atemberaubend schoen, wie man sich das von Fiji eigentlich vorstellt. Aber die Ruhe und Stille auf den Inseln tat uns sehr gut. Ich musste immer wieder an Robinson Crusoe und seine Abenteuer denken und die Einwohner der Insel erinnerten mich an den Herrn Freitag aus dem Roman. Es ist faszinierend, wie mitten im Pacific diese Inselgruppen auftauchen und jede Insel in ihrer Form so einzigartig aussieht. Manche sind so klein, das man sie in 2 Minuten umlaufen hat. Andere kann man gar nicht bewohnen, da sie nur aus hohen Felsbrocken bestehen. Das Wasser ist tuerkisblau, wie man es sich von den pacifischen Inseln vorstellt und den ganzen Tag weht eine frische Brise vom Ozean. Die Vielfalt der Fische und Korallen durften wir bei einem Schnorchelausflug mitten im Meer bewundern. Die Riffhaie waren dabei der Hoehepunkt, mit einer Laenge von 1,5 Meter aber total harmlos. Pete konnte einen Hai sogar ausgiebig streicheln, weil unser Schnorchelfuehrer ein kleiner Freak war und die Haie mit einer Hand festhielt, obwohl sie immer wieder versuchten ihn zu beissen.
Am 20. Mai feierten wir dann unseren Hochzeitstag. Die letzten 4 Jahre mit Pete sind die spannensten meines Lebens gewesen, die schwierigsten, aber auch die schoensten. Mit Pete zu Leben fuehlt sich an wie Teil eines grossen Abenteuers zu sein, ein tiefes Geheimnis, das wir von Jahr zu Jahr ein wenig mehr verstehen und erfassen koennen. Wie das ehrfuerchtige stehen vor einem gigantischen Berg und man macht sich auf den gemeinsamen Weg dort hoch hinaus und desto weiter und hoeher der Weg fuehrt, desto atemberaubender wird die Aussicht, die man von oben erhaelt. Eine Herausforderung die nicht einfach ist, aber jede Anstrengung wert!
Ich danke Gott von ganzem Herzen fuer dieses unverdiente Geschenk!
Nach 2 Tage ging es weiter zur naechsten Insel. Wir wurden feierlich verabschiedet, da Pete auf der gesamten Insel bekannt war. Durch seine erste Hilfe bei einem Gast, der alle Symptome eines Schocks aufwies, sprach sich bei den Bewohnern der Insel herum, das Pete ein Arzt sei. Er hat natuerlich immer wieder versucht zu erklaeren, das er Krankenpfleger ist, das schien aber fuer die Einwohner das gleiche zu sein. Da es auf den kleinen Inseln keine medizinische Versorgung gibt, kamen nun am naechsten Tag Fijianer mit den verschiedensten, koerperlichen Leiden und baten ihn um Hilfe. Pete pluenderte unsere Erste Hilfe Tasche und ich durfte assestieren. Von nun an war Pete der Held auf der Insel und mir hat es viel Freude bereitet mit Pete gemeinsam den Menschen zu helfen.
Wir kamen ueber die medizinische Hilfe mit ihnen ins Gespraech und ich hatte eine kleine Vorstellung davon, wie es waere mit Pete vielleicht mal in Zukunft, in Form von einem Hilfsprojekt im Ausland in diesem Bereich zu arbeiten.
Die naechste Insel Korovou war noch ruhiger und wir verbrachten die meiste Zeit mit nichts tun. Pete haelt mir vor, das ich ihn zum Krabenmoerder machte, weil wir beim Muscheln sammeln einige wunderschoene Exemplare fanden, die leider von Kraben besetzt waren und Pete diese fuer mich rausholen musste und die ein oder andere Krabe dabei ihr Leben liess…dafuer habe ich jetzt eine tolle Sammlung an Muscheln, die man in Zukunft in unserer Wohnung bestaunen kann .
Da wir unseren Flug nach Vancouver umgebucht haben und es nun schon nach 2 Wochen auf Fiji Richtung Kanada ging, bereiteten wir unsere Weiterreise auf Nadi vor. Wir wollten Alex (den Freund von Pete der mit seiner Frau in Vancouver lebt) ueberraschen, der zu einem spaeteren Zeitpunkt mit uns rechnete. Mit seiner Frau Tina zusammen planten wir unsere Anreise und am 27.05. ging es dann mit Zwischenstopp in Los Angelas nach Kanada.
Eigentlich hatten wir geplant von Fiji nach Mexico zu reisen und von dort sollte es dann ueber USA die Westkueste hoch nach Kanada gehen. Da aber nun spontan eine Wohnung bei Alex im Haus frei geworden ist, entschieden wir uns dafuer Kanada vorzuziehen. Wir sind vom staendigen unterwegs sein sehr muede und es passt uns ganz gut, erst mal an einem Ort zu bleiben, wo wir unsere Sachen nicht staendig ein und auspacken muessen, auch selbst kochen koennen und die vielen anderen Vorteile geniessen, die ein eigenes Heim so mit sich bringen.
Die Ueberraschung ist uns dann wirklich gut gelungen, nachdem er uns im ersten Moment nicht erkannte und nicht mit uns in seiner Wohnung gerechnet hatte.
Wir haben uns dann direkt in unserer neuen Bleibe eingerichtet und es uns bequem gemacht. Die naechsten Tage werden wir uns hier erst mal einleben und fuer Pete einen Job suchen, er hat ja sein Arbeitsvisum fuer Kanada schon vor einigen Monaten erhalten und so sind wir nun gespannt, wie sich die Arbeitssituation fuer ihn hier entwickeln wird.
Sechs Monate Reisen haben wir nun hinter uns. Die Sehnsucht nach unserer Familie und Freunde wird groesser und erst Recht, wenn wir die vielen Geschichten von zu Hause hoeren. Meine Nichte Leni und mein Neffe Max haben nun eine Playmobil Figur nach mir benannt und die Tatsache, das sie immer mit ihr spielen wollen ehrt mich zutiefst . Also immer her mit den Heimatgeschichten, wenn ihr uns wieder zu Hause haben wollt, denn sie treiben uns zurueck zu euch
Liebste Gruesse und Kuesse aus der Ferne
Pete und Olush
Es faellt mir nicht leicht die letzten Wochen in Buchstaben zu kleiden.
Ich setze am besten da an, wo Olush zuletzt aufgehoert hat, denn es ist tatsaechlich ein zunehmend anderes Reisen. Nach ueber 10000 km in nur 3 Wochen stellen wir fest- unsere Augen sind muede.
Das Jagen nach schoenen Landschaften und neuen Erlebnissen hat seinen Reiz verloren. Zeitlich begrenzte “Wow- Effekte”, die bald wieder verhallen… Dennoch bleibt der Drang nach mehr. Dabei schreit unser Herz nicht laenger nach mehr Meilen auf diesem Erdball, sondern nach Meilen auf einem Weg, der viel bedeudender ist: Meilen, die uns naeher zum Herzen Gottes fuehren.
Ich schreibe es ganz dick in mein Tagebuch:
Am Ende kommt es nicht darauf an wo ich gewesen bin und was ich alles gesehen habe.
John Piper hat mal gesagt, das wir Menschen ein Herz haben, dass einer nicht stillstehenden Produktionsstaette von Sehnsuechten gleicht. Somit ist jeder auf Reisen, ohne Grenzuebergaenge machen zu muessen und ohne Stempel in seinem Pass zu sammeln. Jeder ist auf dem Weg, darauf bedacht seine Sehnsuechte zu stillen. Aber die Produktionsfirma “Sehnuechte Gmbh” laueft auf hochtouren. Wenn wir jedoch erkannt haben, das GOTT ein allumfassend, zufriedenstellendes Wesen ist, dann kann diese Produktionsstaette dicht machen.
Na wenn wir des Reisens so muede sind, dann koennen wir ja wieder nach Hause kommen. Und da sind wir gerade bei- denn zu Hause ist dort, wo wir in Gottes Naehe sind…
Der Westen Australiens war wirklich schoen- wir kamen an vielen Orten vorbei, an denen wir im Nachhinein sehr gerne laenger geblieben waeren, denn je mehr es in Richtung Osten ging, desto mehr verlor dieses Land an Charme. Die Great Ocean Road sollte, so dachten wir, ein Hoehepunkt der Reise werden- die Kuestenstrasse entlang dem Ozean muendet in die aus dem Meer herrausragenden Kalksteintuerme: Die Zwoelf Apostel. Eigentlich haetten wir ahnen muessen, das so ein Touristenmagnet maechtig ueberlaufen sein wuerde. Neben der Massenansammlung von Menschen, hatte es auch noch angefangen zu regnen. Ich dachte noch viel ueber den Regentag an den 12 Aposteln nach. Gut das wir im Anschluss noch in das naheliegende Camp gefahren sind. Es hat spass gemacht die Koalas, Kangeroos und Emus mal so nah zu sehen- und vor allem Olga konnte ihre Begeisterung nicht zurueck halten.
In Melbourne zeigte unser lieber Tolik uns die wunderschoene Stadt. Kein Wunder das er da laenger als geplant wohnt… Es hat wirklich gut getan bei ihm in der WG mit den aeusserst interassanten Chambers Bruedern auf zu tanken. Wir konnten bei ihm in Ruhe duschen- ein unbezahlbares Luxusgut, denn wir mussten seitdem wir im Osten Australiens angekommen waren, unertraeglich lange Suchen auf uns nehmen, bis wir uns einfach nur unter eine Brause stellen konnten. Ihr wollt ganz sicher nicht wissen, wo wir ueberall geduscht haben. Im Winter am Strand zu duschen war dabei sicher noch eine der weniger schlimmen Erfahrungen. Olush und ich waren an einem Abend einkaufen, um in der WG zu kochen. Es tat gut seit langem wieder nicht nur Olush’s Essen, sondern auch die Gemeinschaft zu geniessen. Die Naechte im Sueden Australiens waren sehr kalt, also beschlossen wir weiter in den Norden zu fahren. Olush und ich sind uns einig, das es nach Melbourne irgendwie nicht mehr das Selbe Australien war.
In Sydney machten wir die Pflichtfotos an der Oper und der gigantischen Harbourbruecke. Nach drei Tagen in dieser riesigen Stadt, brauchten wir etwas Abstand- wir beschlossen dabei die Reise in OZ frueher als geplant zu beenden. Die Bemuehungen auf einem Segelschiff weiter zu reisen scheiterten. Doch ehe wir irgendwelche Plaene schmieden konnten, musste erst einmal das Auto verkauft werden.
Es ist ein sonderbares und ein bei nahezu jedem Reisenden zu beobachtendes Phaenomen:
Ein Backpacker beginnt seine Reise durch dieses unfassbar grosse Land meist mit dem Kauf eines umgebauten Bullis. Die Suchkriterien moegen dabei von Person zu Person variieren, aber nach der Basisaustattung haellt jeder Aussschau: ein guter Motor, ein Schlafzimmer, Stauraueme und eine Kueche. Ist die Suche nach dem perfekten “Wohnwagen” abgeschlossen, sollte ein gutes Gefuehl in der Magengegend zu verspuehren sein, welches wie ein Startschuss signalisiert: das Abenteuer kann nun beginnen. Der Backpacker ist nun nicht nur in dem Besitz eines Fahrzeuges, nein, er ist in dem Besitz SEINES Fahrzeuges, was nichts anderes bedeutet als das Gefuehl der grenzenlosen Freiheit und Unabhaengigkeit. Dieser Moment gleicht dem Tag an dem ein 18 jaehriger den Schluessel in das Schloss seines ersten Kleinwagens schiebt. Das Wort Freiheit wird auf den Highways Kilometer fuer Kilometer in noch tieferen Dimensionen ergruendet.
Aber jede noch so befluegelnde Strasse hat ihr Ziel in einem Dorf, einer Stadt- der Zivilisation. Ich weiss nicht ob ich es recht zurueckfuehre, aber ich meine, das es sich dann zum ersten mal bemerkbar gemacht hat: Irgendetwas schien nicht mehr zu stimmen- es machte sich eine Enge breit- langsam aber stetig. Ploetzlich wurde der Wegbereiter, das freiheitsverkoerpernde Eigenheim auf Raedern, zu einem laestigen Wegbegleiter, aehnlich einer ans Bein gefesselten Stahlkugel. Jetzt bedeutet der Verkauf des Bullis die wieder zu gewinnende Freiheit und damit beginnt ein komplett neues Abenteuer.
Wer meint, das dies eine einfache Angelegenheit sei, der wird bald eines besseren belehrt- naemlich auf der Viktoria Street*. Man koennte meinen, das der Name dieser Strasse hilfreich sein muesste: Viktoria bedeutet Freiheit und das ist es wonach die hier aneinandergereiten Backpacker mit ihren Bullis laechzen. Die Viktoria Street ist der Strassenstrich des Autoverkaufs. Hier findet man sie an, die Abenteurer beim Schreiben ihres letzten Tagebucheintrags. Bevor der letzte Eintrag gemacht werden kann muss jemand kommen, ein frischer Abenteurer, ein begeisteter und motivierter, am Anfang seiner Reise stehender Freiheitssuchender. Nur diese Art von Suchenden koennen uns frei kaufen, haben aber nicht vor so viel Geld fuer die Freiheit zu bezahlen, wie wir es auf unseren Mobilen auszeichnen. Und das ist der Nervenkitzel, der letzte den ein Backpacker vor der Abreise erlebt. Er wird fuer einige Tage zu einem Kind der Viktoria Strasse. Bei Sonnenaufgang geht es fruehstmoeglich an den Strassenstrich, um einen guten Platz zu ergattern- das Auto glaenzt und mit offenen Tueren, gemachtem Bett wird nun um Kundschaft geworben. Zettel an den Scheiben preisen die Ausstattung der mobilen Wohnung an. Auf unserem Zettel stand in Rotschrift unter anderem: Garantie auf Motor und Getriebe.
Eine Aufschrift mit der wir uns erhofften die Aufmerksamkeit vieler Kunden zu bekommen. Vergebens…Eine deprimierende Erfahrung mit der wir nicht alleine waren. Die Not schweisste zusammen und so fanden wir Trost indem wir in den Mitleidenden neue Freunde fanden. Somit blieb die Konkurenz aus. Es war wirklich spannend zu beobachten wie an den Preisschildern abzulesen war, wie viel Nerven der Verkauefer noch hatte und es war nur eine Frage der Zeit, wann der naechste die Nerven verlieren wuerde und somit auch Geld. Das wir jedoch zu denen gehoeren sollten, die unruhig werden wuerden kam uns nicht in den Sinn. An unserem Preisaushang war dann aber unschwer zu erkennen das dies doch der Fall war. Nach 4 Tagen ist das Verlangen die Last von den Schultern zu haben so gross, das der Preis nur noch eine untergeordnete Rolle spielt.
Der Tag an dem wir die Freiheit wieder erlangten sollte noch mit sehr viel Stress verbunden sein. Eine ernuechternde Wahrheit ueber unseren Van, verhalf letztlich dazu auch zu einem niedrigen Loesegeld ohne Trauer, einem Verkauf zuzusagen. Es ist kaum in Worte zu fassen wie es sich anfuehlt ungehindert weiter reisen zu koennen. Ich moechte an dieser Stelle allen Mitleidenden der Viktoria Street 2010 danken- ohne euch waere der Van sicher von der Harbour Bruecke gerollt, dann haetten wir nicht nur Probleme mit dem E- Toll gehabt Ihr seid die besten!
* Die Viktoria Straße ist ziemlich Zentral gelegen. Ein Ort an dem seit 20 Jahren Backpacker ihre Autos verkaufen. Die Nachbarschaft ist davon ziemlich genervt- kann aber nichts dagegen machen. Es ist wie eine eigene Szene und wer nicht dort war kann kaum nachvollziehen wie es dort zugeht…
Nachdem wir los gebunden wurden, checkten wir noch in einem Hostel ein um die Weiterreise zu buchen. Ja ihr lieben und da sind wir nun: Fiji
Der Flug wurde aus unersichtlichen Gruenden auf PREMIUM umgebucht, somit flogen wir im Luxusabteil. Wir wurden mit einem herzlichen “Bulla!” begruesst und entspannten 2 Tage in einem Hotel, bis wir uns heute ein Auto gemietet haben um die Insel zu erkunden. Das Wetter ist hier leider etwas trueb, dafuer sind die Einwohner hier ein Sonnenschein. Wir sind heute in die Hauptstadt gefahren, dabei haben wir auf der nur 200 km langen Strecke 5 mal Anhalter mitgenommen. Per Anhalter zu fahren ist hier das natuerlichste der Welt. Wir kommen dabei mit den Einwohnern ins Gespraech und lernen eine Menge ueber das “Land”.
Wir fuellen die naechsten drei Wochen unsere Tagebuecher mit den Eindruecken hier…
Beim ueberfliegen der letzten Berichte ist mir aufgefallen, das sie oft sehr sachlich sind und wenig darueber aussagen, wie es Pete und mir wirklich geht.
Wir haben nun mit fast 5 Monaten reisen die Halbzeit erreicht und versuchen euch einen kleinen Einblick in unseren emotionalen Zustand zu geben.
Wir bekommen immer Nachrichten in denen ihr uns mitteilt, wie gern ihr doch jetzt auch hier sein wuerdet.
Ich moechte allen da draussen sagen: Egal wo ihr seid, ein anderer Ort allein wird euch nicht gluecklicher machen.
Am Anfang ist alles noch schoen spannend und ungewohnt, der Alltag kehrt aber auch dann ein, wenn man sein Haeuschen an der atemberaubensten Kulisse gebaut hat.
Letzte Woche sind wir fast jeden Tag an den wohl schoensten Straenden die ich je gesehen habe vorbei gefahren. Das Meer war so unbeschreiblich blau und die riesigen, im Wasser stehenden Felsen trotzten den maechtigen Wellen, die Luft war so klar, das man das Gefuehl hatte man atmet nun genug Sauerstoff fuer den Rest des Lebens… es war wirklich schoen! Das wars dann aber auch….es war schoen. Das Herz war muede und wollte wieder in den kleinen Bulli… Heute gab es einen wunderbaren Moment, nachdem Pete und ich uns die letzten Tage etwas voneinander entfernt haben, obwohl wir uns rein raeumlich gesehen nicht naeher sein koennen, den ich nicht vergessen mag. Pete sass hinten im Wagen und spielte Gitarre, waehrend ich das Auto fuhr und mit meinem ipod Musik hoerte und da waren diese Lieder und Gedanken an Gott, die mir die Traenen in die Augen schossen. Ich haette in diesem Moment sterben koennen und haette dabei nicht gluecklicher von der Erde gehen koennen. Wir fuhren auf einer extrem langweiligen Strasse, es regnete und dieser Moment haette unspaektakulerer nicht sein koennen. Was will ich damit sagen…nicht dieser Moment am Fels und Ausblick auf das unendliche Meer haben mich mit vollkommener Freude erfuellt…sondern der langweilige Moment in unserem Auto.
Wir wollen nicht beneidet werden fuer diese Reise. Sie ist eine krasse Herausforderung fuer uns persoenlich und vor allem fuer unsere Beziehung. Es waere oft einfacher in den geregelten Alttag zu Hause zu fluechten und mit der Familie und den Freunden Gemeinschaft zu haben. Ein schoenes Zuhause, indem alle Klotten an ihrem Platz sind. Manchmal sind es Grundbeduerfnisse die man unterdruecken muss, wie duschen, saubere Klamotten, essen oder einfach mal fuer sich alleine sein. Es sind aber diese Momente, die uns mehr als alles andere zeigen, wie egoistisch und ungeduldig wir sind, dass wir oft ungerecht zueinander sind und nicht viel von dem Versprechen am Traualter uebrig bleibt. Beim reflektieren werde ich ganz klein und still. Denn mein eigenes Verhalten nimmt mir jede Rechtfertigung.
Und dann schaue ich zu Jesus, der all das ist, wie ich gern sein wuerde. Und ich sehe in geduldige, liebevolle Augen.
Ich bin von tiefsten Herzen dankbar, das Gott diesen Weg fuer uns vorgesehen hat, denn er weiss ganz genau auf welche Weise er an uns schleifen kann, damit etwas neues, ihm aehnlicheres entsteht.. und da ist noch einiges in unserem Herzen von dem wir moechten das es neu gestaltet wird.
Die Reise geht weiter, und wo wir uns am Anfang am meisten auf die schoenen Laender und Kulturen gefreut habe, freuen wir uns nun am meisten auf das tiefer werden unserer Beziehung und die ernuechternden und erbauenden Momente im Gebet, beim Lesen, Musik hoeren und einfach still sein.
4 Monate Asien
Bali war ein gutes Land um mit Asien ab zuschliessen und rueckblickend haben wir uns immer auf das naechste Land gefreut ohne al lzu sehr dem vorherigen nach zutrauern. Hatten wir Bali doch in hohen Toenen gelobt- hing es uns zum Ende hin zum Halse raus. Der Norden ist nach wie vor ein Ort zum Schwaermen, dem Sueden allerdings konnten wir bis auf das Wellenreiten nichts Positives abgewinnen. Aber so ist es mit den touristenueberlaufenden Orten, irgendwann bekommen sie einen Mallorca Flair. Dann hat man die vergraulten Locals, die Einwohner die so auf den Tourismus gehofft und gebaut haben, jeden Anreisenden mit Kusshand begruesst und mit einem ehrlichen Grinsen verabschieded. Vergehen aber einige Jahre, der Tourismus blueht, dann wuenschen sie sich ihren Fischerberuf zurueck, denn die Hand, die sie jetzt naehrt stinkt ihnen…Und das bekommt man zu spuehren, vorrausgesetzt man ist nuechtern. Die Kultur verkommt, Traditionen werden zu Disneyland Vorstellungen und die schoenen Straende und Gewaesser gleichen einer Strasse nach der Sylvesternacht. Die Wellen zum surfen waren zwar perfekt, aber meine Haende griffen beim paddeln immer wieder in irgendwelche Muellbeutel- so einen verdreckten Haufen, wie den Kuta Beach haben wir nirgends gesehen. Sicher haben wir von den wunderbaren Flitterwochen- Traumstraenden gehoert und wir beschlossen diese auch zu besichtigen. Vor allem Olush hatte sich gefreut Kuta und dem ganzen Tourismus den Ruecken zu kehren. Diese nervenden und an jeder Ecke lauernden Hampelmaenner mit ihren Angeboten: „Heeeeeey Boss, Transport? Haschisch?“. Wir werden wohl nicht nachvollziehen koennen, wer ihnen eingetrichtert hat uns immer „Boss“ zu nennen, aber wir konnten es wirklich nicht mehr hoeren.
Im Taxi in Richtung Nusa Dua Traumstraende sitzt ein sichtlich aufgeregter Fahrer und teilt uns mit, das er den Job gerade bekommen hat und das wir seine ersten Kunden seien- die Freude stand ihm ins Gesicht geschrieben. Das er noch nicht lange im Geschaeft war, zeigte sich schnell- er hatte uns in eine der teuersten Gegenden raus gelassen: Kuenstlich aufgehaeufte Straende, Golfplaetze, Getraenke mit Schirmchen und ausgerollte Rasenflaechen- nein wir passten sicher nicht ins Bild mit unsern Rucksaecken. In der prallen Mittagssonne suchten wir nach einer Budgetunterkunft, bis uns gesagt wurde, das es in der Gegend nur 5 Sterne Hotels gibt. Auch die im Umkreis liegenden Unterkuenfte sprengten unser Budget und so fuhren wir wieder zurueck ins verdorbene Kuta.
Ihr koennt euch vorstellen, das wir uns auf Australien gefreut haben- uns erwartete eine ganz andere Art zu reisen. Nein, reisen ist nicht einfach nur Urlaub, es ist oft wirklich anstrengend und vor allem das ein und auspacken der Rucksaecke kann sehr nervenaufreibend werden.
Bevor es jedoch nach Australien gehen konnte, musste das Visum beantragt werden. Innerhalb von einigen Minuten sollte der Antrag per Internet ausgefuellt und bestaetigt sein, wenn da nicht die Feiertage waeren- ueber Ostern gab es keinen, der die Antraege bearbeitet und so kamen wir neben der durchs ozonlochstrahlenden Sonne zusaetzlich ins schwitzen. Wir liehen uns einen Roller aus und fuhren zur australischen Botschaft, nach einem Telefonat und ein paar Emails kam dann die Bestaetigung fuer unser Visum. Da war uns aber ein Stein vom Herzen gefallen. Die letzten Tage wurden von einem reisenden Besucher ueberbrueckt. Ernst und ich surften noch zusammen und hatten eine gute Gemeinschaft- gut das unsere Wege sich doch noch gekreuzt haben.
Am Flughafen haben wir uns verdeutlicht, das nun ein ganz neues Kapitel auf uns zukommen wuerde und die Vorfreude darauf machte sich als Kribbeln im Bauch bemerkbar. Aber noch waren wir nicht im Flieger und ob das ueberhaupt der Fall sein sollte war bis zur letzten Minute ungewiss, denn von unserem bestaetigtem Visum war keine Spur. Dieses Gefuehl, der absoluten Erleichterung nach der absoluten Anspannung hatten wir schon einige Male, diesmal verhalf uns eine australische Dame der Regierung, welche zufaellig mit am Schalter stand, zu eben dieser Erleichterung. Wir stiegen als die „Lucky Last“ (die gleucklichen Letzten) in den Flieger.
Wir setzten uns die Kopfhoerer auf und schrieben im Flieger den Asienabschlussbericht in unsere Tagebuecher. Uns wird das gute und vor allem preiswerte Essen fehlen, das unkomplizierte Reisen, der tropische Dschungel und die verschiedenen Inseln mit ihren Bilderbuchstraenden und viele andere schoene Dinge. Wonach wir uns allerdings sehnten war eine gewisse Gesetzmaessigkeit, so etwas wie Strukturen und Richtlinien. Das mag komisch klingen, aber dieses Gefuehl immer wieder abgezogen worden zu sein oder uebers Ohr gehauen zu werden, das lassen wir gerne zurueck.
In Perth nahm uns die Einwanderungsbehoerde nochmal unter die Lupe und dann durften wir den Flughafen verlassen.
In dem Moment, als sich die Glastuer zum Ausgang oeffnete und die kuehle, frische, natuerliche Windbrise unsere Atemwege durchdrang, fuehlten wir uns wie zu Hause. Der fruehlingsmaessige Sonnenschein strahlte uns in Gesicht, wobei in Suedaustralien jetzt Herbstanfang ist. Wir staunten ueber das Gefuehl von einem Windstoss, der fern von jeder Klimaanlage zu vernehmen war. Echte Atemluft macht einem nach 4 Monaten 90 Prozent Luftfeuchtigkeit deutlich, wozu die Lungenfluegel im Eigentlichen geschaffen sind: tief durchatmen. Jetzt standen wir einfach nur da und genossen den Augenblick, bis uns auffiel, das neben der Tatsache, das wir wieder atmeten etwas anders war. Keiner draengte nach uns, niemand war dabei uns fuer ein Taxi oder ein Hotel anzuwerben, keiner wollte uns etwas verkaufen oder unsere Taschen tragen. Also hatten wir es auch nicht eilig, keine Hektik- wir rollten den Wagen mit unserem Gepaeck in Zeitlupe Richtung Parkplatz und bis auf die wirklich seltsam kraehenden Raben, war erstmals seit langem eine wirklich angenehme Ruhe zu vernehmen. Wir setzten uns die Rucksaecke auf und schlenderten mit rausgestrecktem Daumen vom Flughafengelaende. Die Zeit stand still und wir redeten kaum bis ein alter Mann mit seinem Ford anhielt und mit einem: „Hey Mate! How is it going?“ die Stille brach. Er fuhr uns direkt in die Stadt, obwohl es ein Umweg fuer ihn war. Wir checkten in der guenstigsten Jugendherberge ein und bei dem Preis war uns klar, das wir mit dem Vorhaben, ein Bulli zu kaufen nicht lange warten sollten. Denn fuer eine Uebernachtung in einer abstellkammergrossen Stube, bezahlten wir mehr als fuer eine halbe Woche in Bali. Wir kauften uns fuer 20 Dollar einen Internetzugang und verbrachten 2 Tage mit der Suche nach einem passenden Fahrzeug. Als Ziel setzten wir uns einen Preis und das es unbedingt an dem Wochenende gekauft werden musste. Zur Auswahl standen 5 Fahrzeuge und Papa, wir haetten zu gerne dich bei den Besichtigungen dabei gehabt. Ich haette dich auch sicher angerufen, waere die Entscheidung nicht so leicht gefallen. Wir kauften uns ein Tagesticket fuer den Zug und durchquerten in einem Marathon die ganze Stadt um uns die Bullis an zu schauen. Ein bayrisches Paerrchen praesentierte uns ihr Auto zuletzt. Wir zoegerten kaum einen Moment… Wolfgang, ein Kfz Mechaniker, baute in drei Tagen vor einem Baumarkt parkend, mit einem Handbohrer und einem Schraubenzieher bewaffnet ein Bett in den Toyota Townace. Wenn ich mir die Konstruktion angucke, kann ich mir denken, das er sich einige Blasen an den Haenden zugezogen haben muss.
Weil wir unsere Wohnung, in der der beste Cliff der Welt wohnt, vermissen und uns nach etwas Heimischen sehnen, fuhren wir gleich am ersten Tag nach IKEA, um unser neues zu Hause auszustatten und kauften neben Bettwaesche noch ein paar Verstaumoeglichkeiten. Wir saegten uns auf dem Ikeaparkplatz noch einen kleinen Tisch zu recht und freuen uns sehr ueber unser neues zu Hause.
Wir haben schon knapp 2600 Kilometer zurueckgelegt: Von Perth bis nach Esperance die Kueste entlang und dann an den atemberaubenden Klippen vorbei nach Ceduna. Kangaroos und unglaubliche Kuesten in Nationalparks mit einem lila Sonnenuntergang waren der Hoehepunkt der Strecke. Wir staunen ueber die Groesse dieses Landes und vor allem ueber die Vielfalt der Pflanzen. Hier fliegen ueberall Papagaie rum. Kilometer lange Strassen ohne auch nur einem Anzeichen von Leben, stellenweise fuehlten wir uns als waeren wir die einzigen Menschen auf dem Erdball. Der laengste, nur geradeaus fuehrende Highway Australiens war 150 km lang. Es war eine Herausforderung fuer meine Konzentration und da jeden Moment ein Kangaroo aus dem Busch vor meine mega Stossstange huepfen konnte, war ich eine ganze Weile angespannt. Am Strassenrand liegen sie wie in einer Reihe, diese sonderbaren Huepftiere, die leider nicht schnell genug waren, wenn ein riesen Truck vorbeirauschte…
Aber nicht nur der Strasse durchs Land, der Highway 1, gilt unsere Aufmerksamkeit, wenn es Nacht wird bewundern wir die Milchstrasse. Diese Glitzerpunkte am Himmel zeugen prachtvoll von unserem Schoepfer. Die abendliche Suche nach einem Stellplatz zum uebernachten erweist sich jedoch als muehsam. Eigentlich muessten wir auf einem Campingplatz mit Gebuehr parken und diese gibt es zu genuege, aber wir haben ein Budget und damit muessen wir noch ein wenig auskommen. Es ist praktisch neben einer Tankstelle zu parken, denn da kommt man schnell an Duschen, aber da kann auch eher mal ein Ranger an der Scheibe klopfen, um eine Strafgebuehr zu verlangen. Es ist interessant Nachts irgendwo anzukommen, am naechsten Morgen die Schiebetuer unseres Schlafzimmers zu oeffnen und dann erst zu sehen wo man ueberhaupt ist. Ja, und es ist Luxus wieder selbst zu kochen und unabhaengiger zu sein, denn wir haben unser zu Hause mit Kueche jetzt immer dabei.
Eigentlich sollte der Bericht laengst online sein, aber hier in dem endlosen Nichts kennen die Leute zwar die weiten ihres Landes, aber nicht die des Internets. In einem 20 Seelen Dorf (ich kann mir nicht ausmalen, wie man auf den Gedanken kommt da zu wohnen) wurden wir zu einer Tankstelle mit einem Muenzcomputer geschickt. Ich haette zu gerne noch mal das Rauschen dieser alten Modems gehoert- wir zogen es dann aber doch vor weiter zu ziehen, mit der Hoffnung bald wieder Netzempfang auf dem Handy zu haben oder durchs Internet mit euch verbunden zu sein. Nun sitze ich gerade auf einer Bank am Meer und Olush spaziert den Steg entlang. Ein seltsames Gefuehl ueberkommt mich, wenn ich die Aborigines (australische Ureinwohner) sehen, die grad hier lang schlendern. Denen scheint es im ganzen Land nicht wirklich gut zu gehen und ohne das komisch zu meinen: Ich fuehle mich sehr oft an die Zeit in Gilead 4 erinnert…Das ihnen viel Unrecht widerfahren wurde, ist uns klar, aber das hier kaum einer darueber hinweggekommen ist, wird uns immer deutlicher. Traurig zu sehen wie diese Menschen mit meist finsterem Gesicht keinen Lebensmut haben- viele sind alkoholabhaengig. Sie scheinen hier so etwas wie die Randerscheinung der Gesellschaft zu sein- geduldet, da man ja in „ihrem“ Land ist. An vielen Einkaufshaeusern sieht man dann solche Schilder hier:
Diesem Dresscode entsprechen wir auf Reisen auch selten…
Nun denn, wir haben heute noch einen weiten Ritt vor uns und wer weiss, was uns noch so erwartet- wir sind gespannt…
Ihr merkt also unser Abenteuer hier hat bereits begonnen und wir lassen euch wenn moeglich daran teilhaben.
Wir sind so weit von euch entfernt und irgendwie fuehlt sich das auch so an…
Wir stachen also nach der wirklich karussellartigen Busfahrt, mit der Faehre in See. Das Meer war sehr unruhig und wir wurden auf der 2,5 stuendigen Fahrt von Mersing nach Tioman Island ordentlich durch geschaukelt. Wir erreichten die Insel bei Dunkelheit, was schon mal nicht von Vorteil war. Wir hatten allerdings schon auf dem Festland zusammen mit dem Faehrenticket eine Unterkunft gebucht, was allerdings auch nicht wirklich von Vorteil war- obwohl irgendwie schon…
Auch wenn wir es uns immer wieder fest vornehmen:“ Lass dir von keinem und niemanden Honig um den Mund schmieren! Es ist nicht die beste Unterkunft die es auf der Insel gibt und nein, es ist auch kein spezieller Preis fuer uns, weil wir so nett aussehen.“ Fragt nicht warum, aber ab und an laueft uns so einer ueber den Weg und schafft es dann mit seinen blaufarbenden Kontaktlinsen so viel Honig auf uns zu kleistern, das wir doch wieder schwach werden. Aber wie schon gesagt, so ganz unvorteilhaft war es diesmal nicht. Es war ueberhaupt nicht das, was die schoenen Bilderchen aus dem Prospekt versprochen hatten (auch das wissen wir eigentlich unlaengst: diese Bilder luegen immer), es war auch nicht die Art Unterkunft nach der wir gefragt hatten. Ein Mega Resort mit Minigolf Platz, 2 Mega Restaurants, Pools und jeder Menge Leute, denen das Gold auch an den Zaehnen nicht fehlte. Das groesste Resort der Insel fuer wohlhabende Menschen. Das kein Animateur vor Ort war hatte mich stark gewundert und komischer weise gab es auch kein rotes “all inclusive Baendchen” , dass definitiv hierher gepasst haette.
Und dennoch, gluecklicherweise waren wir hier genau richtig, denn Olush ging es nicht gut. Anfangs hatten wir vermutet, das die Schaukelfahrt mit der Faehre fuer die Uebelkeit verantwortlich war, doch als Olush dann die ganze Nacht mit Erbrechen und Durchfall zu kaempfen hatte, wussten wir, das es entweder die Huehnersuppe oder bestimmt das KFC- Haehnchen gewesen sein musste: Lebensmittelvergiftung. Da wir eigentlich medikamentenmaessig sehr gut ausgestattet reisen (Danke Rita), war ich mir sicher, das ganze im Griff zu haben. Willi und ich berieten uns immer wieder, zu welcher Massnahme wir greifen sollten, doch als Olush am Morgen voellig kraftlos und ausgetrocknet im Bett lag, weil kein Medikament und kein Tropfen Wasser seine Wirkung zeigen konnte (nichts blieb drin), machten Eugen, Willi und ich uns mit Mopeds auf den Weg, um irgendwo eine Infusionsloesung zu kaufen. Wir wurden fuendig – komischer Weise standen das Infusionssystem und die Loesung nicht zum Verkauf. Auf dem Rueckweg ins Megaresort, wo Michi auf Olush aufpasste, machten wir einen Umweg durch den Dschungel an die Ostkueste. Wobei Eugen auf dem Ruecksitz beinahe auf der Strecke geblieben waere, weil ich das Gefuehl nicht los wurde auf einer Motorcrossmaschiene zu sitzen. Im Dschungel traffen wir Tim und Cara, die gerade dabei waren ein paar „Baeume“ zu faellen. Tim hatten wir schon auf dem Festland getroffen. Ein aelterer, australischer, nie erwachsen gewordener isotherischer, auf irgendwo zwischen Wolke 6 und 7 schwebender Hippie- Surfer Typ mit fast schon unheimlich blau leuchtenden Augen und graublonder Maehne. Er hatte uns an der Faehre eine Unterkunft angeboten, aber wir winkten ab, denn wir hatten ja schon eine. Jetzt waren wir jedoch wieder auf der suche nach einem ruhigen Plaetzchen, denn im Snopresort zu bleiben, kam fuer uns nicht in Frage. Tim erklaerte uns den Weg zu seinem Resort, wo seine Frau uns alles zeigen wuerde. Wir fanden das Malaysia Beach Hut Surfer Center, welches fuer die naechsten Tage unser Heim sein sollte. Im Megaresort angekommen, sahen wir, das es Olush immer noch nicht gut ging. Also beteten wir fuer sie, woraufhin sie endlich Schlaf fand. Sie schlief den ganzen Tag, am Abend war sie kurz auf und konnte schon etwas essen, sie ging dann frueh wieder ins Bett und schlief dann auch die ganze Nacht durch. Am naechsten morgen war sie zu unserer aller Verwunderung wieder fit und ohne Beschwerden. Wir wussten wem wir das zu verdanken hatten…
Am selben morgen machten wir uns auf zu Tim und quartierten uns als WG zu fuenft in dem etwas schlichten Haueschen ein.
Hier waren wir abseits von Menschenmengen an einem unberuehrten Ort- zur rechten der dicht bewachsene Dschungel und zur linken das Wellen schlagende Meer am verlassenen gelben Strand, wo Olgas neue Freundin wohnt.
Ungewoehnlicher Weise hatte es zu regnen angefangen, was wohl sehr untypisch fuer die Jahreszeit sein sollte. Tim beruhigte uns und sicherte zu, das es nicht lange anhalten und bald aufhoeren wuerde. Also versuchten wir uns daran, die grossen Wellen zu reiten, indem wir mit den Boards entschlossen gegen sie anschwommen um dann im richigen Augenblick von einer Welle getragen zu werden. Es sieht einfacher aus, als es tatsaechlich ist und wir hatten sowohl mit den Bodyboards als auch mit den Surfbrettern erst einmal grosse Muehe gegen die Wellen anzuschmimmen.
Im Regen, bei wirklich hohen und heftig zuschnappenden Wellen war es schlau unter ihnen her zu Tauchen. Doch oft kamen sie so schnell nach einander, das wir nicht nur einmal gut durchgewirbelt unter Wasser die Orientierung verloren. Ich hatte eine Menge Sand gegessen und als ich Eugens Board unter einer Welle in den Nacken geschlagen bekam, war fuer mich erst mal Pause angesagt. Entschlossen versuchte ich es am naechsten Tag noch mal mit Tim, das Meer war noch unruhiger, es regnete immer noch und eigentlich war es Selbstmord fuer einen Anfanger wie mich bei den Klippen und Felsen mit Tim rauszuschwimmen. Ich war noch damit beschaeftigt rauszuschwimmen, als Tim schon einige Wellen geritten hatte. Ja, der Alte hatte es immer noch raus. Er troestete mich damit, das die Wellen bei dem Regen wirklich zu krass waren…
Meine SurferWG- Mitbewohner waren in unserer idylischen Huette dabei Plaene zu schmieden, wie es denn in den naechsten Tagen weiter gehen sollte. Die Stimmung glich dem Wetter draussen, denn es hoerte nicht auf zu regnen und wir erlebten erstmals einen Monsunregen ausserhalb der Monsunzeit.
Die Nacht war weniger entspannt, denn es hatte tonnenweise geregnet und irgendwann schwommen wir in unseren Betten. Willi hatte eine Wasserablaufanlage gebaut – ich hatte ueber meinem Bett auch versucht so ein System zu bauen – aber wir blieben nicht trocken. Wir waren wirklich froh, als die Nacht vorbei war. Olush und ich machten einen wunderschoenen Regenspaziergang, den ich so bald nicht vergessen werde. Wir waren auf der Suche, nach einer neuen Unterkunft – einer trockenen Unterkunft.
Es machte nicht den Anschein, dass es aufhoeren wuerde zu regnen und obwohl wir noch zu gerne die Insel erkundet haetten um auch unseren nicht vorhandenen Surfstil zu perfektionieren, nahmen wir die erste Faehre am morgen zurueck zum Festland. Tim verabschiedete uns herzlich und wir waeren sicher noch langer geblieben…(Habe ich erwaehnt, das Tim ein Massagegenie ist?)
So begann unsere Flucht vor dem Regen.
Wir teilten uns mit einem deutschen Paerrchen einen Minibus nach Singapur. Der Himmel klarte auf und wir hatten den Regen hinter uns gelassen. Auf dem Weg nach Singapur kamen wir an einem Verkehrsunfall vorbei – uns blieb der Atem stehen. Es war einer dieser Busse mit dem auch wir gereist waren, der frontal mit einem Auto zusammengestossen ist. Es war sogar genau die Strasse, auf der wir ein paar Tage zuvor mit diesem irre fahrenden Busfahrer unterwegs waren.
Singapur ist „The fine City“- wobei das Wort fine uebersetzt beides heissen kann, sowohl: die feine Stadt, als auch die Gebuehren Stadt. Und so ist die Stadt wohl das eine, wegen dem anderen. Das fallenlassen einer Zigarette kostet etwa 250 Euro, fuer Kaugummis und Muell gilt das gleiche.
Singapur hat uns, bis auf die Preise, sehr gefallen. Am Sonntag besuchten wir eine Kirche, wo wir einen „Singapurianer“ kennenlernten, der uns dann mit seinem Auto innerhalb von einer knappen Stunde an alle sehenwerten Ortschaften vorbei fuhr.
Am naechsten Tag verabschiedeten wir unseren Willi und waren sehr froh, das er mit uns gereist ist. Wir haben von ihm lernen koennen und es war eine intensive und unbeschreibliche Gemeinschaft- danke Willi…
Fuer Michi, Eugen, Olush und mich ging es mal wieder darum, dem Regen zu entkommen. Nachdem wir einen ganzen Tag lang mit der U- Bahn die Stadt durchquerten, sprangen wir am naechsten Tag auf die Faehre nach Bintan, einer indonesischen Insel, die 3 mal so gross ist, wie Singapur ist. Zwei Tage lang genossen wir die fast malediven aehnliche Insel. Das Wasser lud zwar nicht besonders zum baden ein, da es immer nur kniehoch war, dafuer hatten wir aber eine traumhafte, auf Stelzen ins Wasser hineinragende Holzhuette mit einem wunderschoenen Ausblikh auf die Inseln. Die Einwohner sind sehr freundlich – jeder gruesst hier jeden und es war eine sehr heimische und angenehme Atmosphaere. Am letzten Tag, haben wir unsere Bettmatratze und die Kissen auf dem Balkon ausgelegt, um entspannt Buecher zu lesen, Musik zu hoeren und zu beten. An dem Tag kamen wieder dunkle Wolken auf, doch als es begann zu regnen, waren wir schon wieder auf dem Weg nach Singapur. Die letzte gemeinsame Nacht zu viert verbrachten wir in einem Hostel im suessen little India- wir genossen noch einmal das indische Protha Brot, bevor wir ohnmaechtig ins Bett fielen. Wir hatten vergessen die Uhr umzustellen und waren dann (zum Glueck hatte Olush das noch gemerkt) auf einmal sehr in Eile, denn wir hatten einen Flug zu erwischen. Mit dem Taxi erreichten wir rechtzeitig den Check In Schalter, doch die Dame hinter dem Tresen wollte uns nicht fliegen lassen – nicht ehe wir ihr ein Weiterflugticket aus Bali vorzeigen wuerden. Wir hatten natuerlich keins, buchen wir uns doch die Fluege immer spontan und so wie es uns gerade passt. Uns blieben 10 Minuten um irgendein Ticket aufzutreiben, bevor der Schalter schliessen wuerde. Also lief ich gestresst zum naechtsen AirAisa Stand, um ein Ticket nach,… naja wohin denn eigentlich?…zu kaufen. Gluecklicherweise war da eine Weltkarte an der Wand hinter der Frau, die mich immer noch wartend anschaute und mit asiatischem Akzent fragte: Mister- where do you want to fly? Meine Augen fliegen ueber die Karte, naechstes Ziel ist ja Australien und ich finde „Perth“. Nur wann… „Den billigsten Flug, in etwa einer Woche, bitte“ Die Frau tippt rasend schnell unsere Daten in den Rechner, waerend ihr eine andere ueber die Schultern guckt und Druck macht. Die Kreditkarte wird durch den Schlitz gezogen und wir haben ein Ticket in der Hand. Michi und Eugen verabschiedeten uns noch schnell und dann sassen wir auch schon wieder in einem Flieger. Michi und Eugen, danke fuer euren Besuch – you were really kidding us!
Es ist immer schoen euch um sich zu haben.
Die beiden flogen noch am selben Morgen nach Bangkok – Michi und Eugen haben es tatsaechlich fertig gebracht in den 3 Wochen Urlaub, die sie hatten, 4 verschiedene Laender zu bereisen.
In Bali angekommen merkten wir sofort: 6 Tage sind eindeutig zu wenig. Wir dachten an einen kleinen Zwischenstopp, um von hier aus den Australienaufenthalt zu planen, aber Bali war vom ersten Tag an so etwas wie ein kleiner Edelstein auf unserer Reise. Ja, ich wuerde sagen wir haben uns verliebt, trotz der vielen Touristen.
Vom Flughafen ging es direkt nach Ubud, dem Kern der Insel. Diese Stadt ist ein Genuss fuer die Augen, denn nicht nur die Architektur der Balinesen, sondern auch ihr kuenstlerisches Handwerk regt zum staunen an. Ganze Strassenmeilen sind verziert mit aus Holz geschnitzten Einzelstuecken, aus Stein gemeisselten Skulpturen und aus Mosaik gefertigten Tellern und Vasen. Unser Schlaflager wurde das von Jake und Tracy empfohlene Dewi Ayu in der Affenstrasse. Und der Name ist hier auch Programm.
Olushs Geburtstag wurde zu einem der Hoehepunkte, seit wir auf Reisen sind. Da in Bali Verwoehn-Spas und Wellness ganz gross geschrieben werden, buchten wir uns fuer einen ganzen Tag in einem Luxus Spa ein. Ueber 6 Stunden lang liessen wir Massagen, Masken, Blumendbaeder und irgendwelche Peelings, dann wieder Massagen, Pedikueren und Haarbehandlungen ueber uns ergehen. Nein, das ist nicht zu beschreiben – herrlich.
Am Tag zuvor mieteten wir uns ein Auto und fuhren nach Denpasar (die Hauptstadt). Wir brauchten fuer die 45 Kilometer etwa 2 Stunden. Am Flughafen angekommen, konnten wir gluecklicherweise den Flug umbuchen, somit haben wir nun 2 Wochen fuer Bali. Und jetzt sitze ich hier am noerdlichsten Punkt Balis, es ist der 5te Tag und ich merke, das auch 2 Wochen nicht ausreichen werden, denn nachdem Olush und ich gestern in 7 Stunden mit dem Jeep die Ostkueste bis in den Nordwesten gefahren sind, war klar: Bali ist so einzigartig schoen, das es einen noch laengeren Aufenthalt verdient. Bei Nacht zu fahren ist in den balinesischen Bergen im Linksverkehr nicht so einfach und wir waren nicht nur erschoepft von der langen Fahrt, sondern auch von der Erkaeltung, welche wir uns als Andenken aus dem Singapur Hostel mitgenommen hatten. Und so hielten wir wieder einmal, wie Obdachlose auf der Suche nach einem Bett, Ausschau nach einer Uebernachtungsmoeglichkeit. Es haette nicht besser kommen koennen. Wir haben hier einen Platz gefunden, von dem wir irgednwie nicht mehr fort wollen.
Heute waren wir mit unserem Fahrzeug ueber die Reisplantagen ins Gebirge gefahren, um den Wasserfall zu sehen. Auf dem Weg dorthin hielten wir bei einem Restaurant mit einer besonders schoenen Kulisse.
Ich hatte dieses Gefuehl, wenn man unter einem Wasserfall steht schon einmal, als etwas ehrfurchterregendes beschrieben. Das Wasser schiesst bei diesem Wasserfall mit so einer Gewalt den Berg hinunter, das es ueber all die Jahre ein ueber 30 Meter tiefes Auffangbecken gebildet hat. Ich habe es mir nicht verkniffen rein zu springen, konnte bei den Wasserwallungen aber nur paar Sekunden im kalten Becken bleiben…Es war einmal mehr atemberaubend.
Heute zogen wir mit dem Jeep weiter ins Gebirge. Wir wollten zum Vulkan fahren, haben dann aber einen riesigen Umweg gemacht, was gar nicht so schlimm war, denn in diesem Land gibt es ueberall etwas zu bestaunen. An den Reisterrassen haben wir uns nicht satt sehen koennen und um so tiefer wir in den Dschungel vordrangen, um so tiefer waren auch die Eindruecke ueber das Alltagsgeschehen der Dorfbewohner. Einige Kilometer vor dem Vulkan stoppte uns ein Polizist- pfeifend und laut redend kam er auf unser Auto zu. Ich hatte nicht die geringste Ahnung, was er von mir wollte. Er griff durch das offene Fenster und stellte den Motor ab. Erst dachten wir, irgendetwas verkehrt gemacht zu haben, hatten aber keine Idee, was es gewesen sein koennte. Waerend er noch aufgebracht schimpfte, kamen einige Maenner in Roecken auf uns zu, um mit Nachdruck zu erklaeren, das die Strasse gesperrt sei, da eine Opferzeremonie durchgefuehrt wuerde. In dem Moment fiel uns der Tempel auf, neben dem wir standen. Einer der Meanner machte mit einer Handbewegung klar, das wir uns auch verbeugen sollten. Der auf irgendeinem Militaertrip haengengebliebende Polizist befahl uns aus dem Auto zu steigen um bei der Zeremonie in Ehrerbietung teilzunehmen. Wir stiegen aus dem Auto und gingen demonstrativ in die gegengesetzte Richtung, dabei hoerten wir den Polizisten noch irgendetwas rufen- doch wir beschlossen abzuwarten bis dieser Zirkus zu Ende war. Wir sahen dann von weitem, wie hunderte in Schale geworfene Menschen dabei waren ihre Goetter mit unmengen von Opfergaben zu besaenftigen. Es tat uns im Herzen nicht nur um das sinnlose wegwerfen von Lebensmitteln leid, sondern vor allem das anbeten von stummen, tauben und machtlosen Figuren. Ich betete spontan um Regen und einige Minuten spaeter erlebten wir ehrfurchtsvoll wie unser Gott einen Monsunregen schickte und die Menschen auseinander trieb. Wow! Dadurch fiel zwar auch unsere Vulkanbesichtigung ins Wasser, aber das war es uns wert und muede waren wir ohnehin. Wir fuhren zurueck nach Ubud und da sitzen wir nun, trinken Cafe, denken an euch und vermissen eure Gesellschaft.
Die Zeit vergeht schnell, wir erleben eine Menge und haben immer noch Reisedurst.
Bis bald und danke fuer eure Lageberichte zu Hause.
Neue Bilder gibt es unter Malaysien, Singapur und Indonesien
Sitzen grad in einem Lokalbus auf dem Weg zur Ostkueste von Malaysien. Ich geniesse die Landschaft, die vielen Eindruecke und den Fahrtwind. Wir sind grad von einem klimatiesierten Bus in einem “normalen” Bus umgestiegen und das bedeutet, die Fenster werden weit aufgerissen damit man etwas Erfrischung hat.
Nach ueber 2 Monaten in Thailand koennen wir uns nun auf neue Kulturen, Landschaften, Gerichte usw. freuen.
Aber erst einmal einen Einblick in unsere letzen 2 Wochen Thailand.
Nachdem Peter seine Heimreise angetreten hat, genossen Pete und ich fuer paar Tage die Zweisamkeit auf Koh Lanta. Wir reflektierten in naechtlichen Gespraechen die Eindruecke der letzen Wochen und freuten uns auf den naechsten Besuch. Willi hatte spontan einen Flug zu uns gebucht, was besonders fuer Pete ein Anlass zur Freude war (fuer mich natuerlich auch).
Er machte sich fruehmorgens auf den Weg zum Hafen von Koh Lanta um ihn abzuholen. Ich kann mir vorstellen wie aufgeregt er war als er am Hafen auf ihn wartete. Wir verbrachten 2 schoene Tage auf der Insel. Die Jungs liehen sich zwei dicke Motocrossmaschienen aus und soviel ich verstanden habe mit ordentlich viel Power. Die Landschaft von Koh Lanta ist wie gemacht fuer so eine Tour, denn die kaum vorhandenen Strassen und die erdigen Wege sind nicht besser zu bewaeltigen als mit den Motorraedern. Zwischenzeitlich kehrten sie zum Bungalow zurueck mit einer kindlich, jungenhaften Freude im Gesicht und total verdreckt. Fast schon stolz zeigte mir Pete seine Schuerfwunde auf dem Arm. Ich konnte mir den Gedanken nicht verkneifen, das Maenner wohl immer auf der Suche nach ein Stueck Abenteur sind und dabei nie “erwachsen” werden wollen. Am Abend setzten wir uns in die Strandbar, tranken Kaffee, lasen zusammen den Roemerbrief und hatten endlos lange Gespraeche. Zum Schluss staunten wir nur noch ueber Gottes Groesse und gingen ueberwaeltigt schlafen.
Wir hoerten von einer kaum touristischen, kleinen Insel und beschlossen dort hinzufahren. Koh Jum war wirklich kaum besiedelt und schoen. Das Wasser hat nur leider gar nicht zum baden eingeladen und so verbrachten wir 2 Tage mehr in unserem Bungalow als am Strand, der in einem Huegel lag und uns einen wunderschoenen Blick aufs Meer ermoeglichte. Wir lernten ein sympatisches Paar kennen. Torsten, Elke und natuerlich ihr suesser Sohn Till. Da wir uns so gut verstanden, planten wir sogar unsere weitere Reise mit ihnen und entschlossen gemeinsam noch mal nach Railey zu reisen. Wir genossen die Zeit zusammen, und vor allem der kleine Till erinnerte mich immer an meinen Neffen Bennet der im selben Alter ist. Nach 2 Tagen Railey kam auch der naechste langersehnte Besuch. Michi und Eugen, sehr gute Freunde von uns, hatten schon vor Beginn unserer Reise angekuendigt, dass sie uns besuchen werden. Michi hatte leider keinen so guten Start, denn als wir ihr Nachts das schoene Plankton zeigen wollten wurde sie im Wasser von einer Quale gestreift, die ziemliche Schmerzen verursachte und die Jungs sie zurueck tragen mussten. Pete und Willi kuemmerten sich um sie und leisteten erste Hilfe…Wie gut das wir hier Fachmaenner haben und vor allem Gott, denn der sorgte dafuer, das sie am naechsten Tag schon wieder fit war.
Wir entschlossen den Aufenthalt auf Railey zu verkuerzen und noch fuer ein paar Tage mit der gesamten Gruppe nach Koh Phi Phi zu fahren, bevor es mit dem Flugzeug nach Kuala Lumpur gehen sollte. Die Zeit auf Koh Phi Phi war wunderschoen. Das Wasser glasklar, der Strand fein und weiss und die Fische konnte man sogar mitten im Meer noch bis zum Grund erkennen. Mit einem Longtail Boot machten wir einen Tagesausflug rund um die sehenswerten Inseln. Schnorcheln, Schwimmen, Staunen…
Ach und unser lieber Olgen ist ein Flipper:
Wir hatten eine gute Zeit und super Gespraeche. Einen Tag spaeter musste wir uns von Torsten, Elke und Till verabschieden. Wir haben neue Freunde gefunden und wir werden im Kontakt bleiben…Wir durften uebrigends miterleben wie der Kleine gelernt hat zu laufen. Diese Begegnung ist ein Geschenk und es war sicher kein Zufall…Fuer uns ging es nun zum Flughafen.
Wir haben noch lange ueberlegt, ob unser Aufenthalt in Thailand nicht zu lang war, aber ich bin froh das wir so einen besseren Einblick in die Kultur bekamen und soviel vom Land sehen konnten. Wir trafen viele interessante Menschen und hatten gute Gespraeche. Ich werde die regelmaessigen Thaimassagen vermissen, von denen ich wirklich ein grosser Fan bin, das Essen war besonders fuer Pete immer wieder ein Genuss und die schoene Landschaft,… das werden Eindruecke und Erlebnisse sein an die wir noch lange denken werden.
Einen Tag verbachten wir in Kuala Lumpur. Leider haben wir abgesehen von den Twin Tower (die bis vor kurzen noch die hoechsten Gebaeude der Welt waren) nicht viel von der Stadt gesehen, da wir uns heute frueh auf den Weg zur Ostseite von Malaysien machten mussten.
Und da sitze ich auch wieder im Bus. Lasse meine Gedanken schweifen und bin dankbar fuer all das was ich hier erleben und sehen darf. Immer wieder komme ich zu dem Punkt, wie gut Gott es mit uns meint. Pete liegt grad in einer lustigen Position und schlaeft halb auf dem Boden und halb auf den Sitzen. Willi hoert Musik und hat dabei einen gluecklichen Gesichtsausdruck. Michi haelt sich an den vorderen Sitzen fest und denkt sich wahrscheinlich grad wie verrueckt unser Busfahrer ist…er faehrt wirklich so, als ob wir von einer Bande wilder Affen verfolgt werden…Eugen schaut sich um und was er grad denkt kann ich nicht entschluesseln…ich glaube beiden geht es gut.
An unsere Lieben zu Hause, wir vermissen euch und denken viel ueber euch nach. Wir hoffen euch geht es gut und freuen uns ueber jedes Lebenszeichen von euch.
Liebe Gruesse
Olga und Pete
Ein guenstiges Busticket war die beste Loesung fuer die 4 stuendige Strecke nach Phnom Penh. Waehrend der Fahrt kam immer wieder ein sehr unangehmer Geruch auf- ein Geruch, der einem guten Busfahrer (wie mein Vater einer ist) aufgefallen waer. Als nach ca. 3 Stunden der Geruch von verbrannter Kupplung deutlich zu vernehmen war, dachte ich: Man muss kein Genie sein um zu merken, das es jetzt keine gute Idee ist weiter zu fahren. Aber das kannten wir schon, es ist ein typischer Teil der sued- ost asiatischen Kultur, solange etwas funktiniert gibt es keinen Grund zur Sorge. Als der Bus dann aber ploetzlich zum stehen kam, mitten im Nirgedwo, guckte der Busfahrer 15 Minuten lang mit einer Zigarette im Mund tatenlos auf das Getriebe. Offensichtlich hatte der Typ nicht den blassesten Schimmer davon, was da gerade passiert sein koennte, also erst mal eine ganze Weile nichts tun. Uns war klar, das es fuer eine Loesung des Problems mehrere Stunden brauchen wuerde. Also fassten wir den Entschluss unsere Rucksaecke zu nehmen und auf eigene Faust los zu ziehen. Nach nur einigen Schritten gelang es uns einen Pick Up herran zu winken. Voll bepackt mit 2 Roller die mit Seilen ans Heck gebunden wurden, ein aelteres Ehepaar mit ihrem Enkel und drei Maenner quetschten wir uns auf der Ladeflaeche des Gelaendewagens. Neben den ganzen Taschen und Lebensmitteln wurde fuer uns Platz gemacht. Wir versuchten den Moment zu fassen, den Fahrtwind und die Sonne im Gesicht, auf unseren Taschen sitzend und an den gruen leuchtenden Reisfeldern vorbeifahrend, wobei ich immer wieder dachte- Junge, Wir sind in Kambodscha.
In Phnom Penh, der Hauptstadt gibt es nichts besonderes, eine oede, graue Stadt. Wir hatten gelesen das man im Stadtradius fuer 1 Dollar rumkommt um Ausschau nach einem Hotel zu halten. Der erste Tuk Tuk Fahrer lehnte ab und rief nach einem aelteren Mann, dem diese Summe wohl ausreichte (vor erst).
So machten wir gleich zu Anfang die Bekanntschaft mit Mr. Yasmine. Er bot uns neben einem erstklassigem und guenstigen Hotel, einen Ausflug am darauf folgenden Tag zu den Killing Fields und danach zur Shooting Farm (hier koennen Maenner mit echten Maschienengewehren auf Zielscheiben schiessen). Da dies so ziehmlich die einzigen “Attraktionen” sind, die die Stadt zu bieten hat, stimmten wir zu. Wir schliefen bis zum Anschlag durch und beim verlassen des Hotels vernahmen wir als erstes Mr. Yasmines Lachen. Ein anderer Tuk Tuk Fahrer erklaerte uns, das Mr. Yasmine schon seit 6 Uhr Morgens auf uns warten wuerde – es war 13 Uhr. Der Typ wusste wie man Kunden gewinnt und schon sassen wir in dem mit 25 kmh schnell fahrenden Tuk Tuk.
Killing Fileds
Es ist schwer in Worte zu fassen, was wir hier gesehen haben. Ein Tag, der sicher noch lange in unserer Erinnerung bleiben wird. Ich hatte schon erwaehnt, das die Kambodianer eine herbe Vergangenheit hinter sich haben, doch der Umfang des Schreckens wurde uns erst bei dem Besuch der Killing Fields bewusst.
Es gab sie schon immer – Wahnsinnige, von einer irren Ideologie angetriebene “Weltverbesserer”, mit glohreichen Ideen, welche das Zusammenleben einer Nation verbessern sollten. Und dummer Weise gibt es dann auch noch den Haufen hirnloser Anhaenger, die sich von den geistesgestoerten Plaenen der Machtbessesen und von Daemonen gesteuerten Fuehrern anstecken lassen. Erschreckend ist das diese Bewegungen innerhalb kuerzester Zeit, so oft genug Motivierte findet, um die Ideologie auch durchzusetzen. Es braucht nicht viel um einen Machthaber mit einem haufen Gesteuerter zusammen zu suchen, egal wie kultiviert und fortgeschritten eine Gesellschaft ist. Hitlers Zeit liegt nicht lange zurueck und auch die Roten Khmer uebten ihre Macht erst zwei Jahrzehnte zurueck aus. So faellt es nicht schwer sich auszumalen, das andere Verfolgungen (Kranke, anders Denkende, Christen…) in einer so toleranten Welt folgen werden – Verrueckte Ideologien wird es immer geben.
Das besondere an den Kambodianern jedoch ist, das es ein Volk ist welches sich aufgrund der Ueberzeugung einer Partei fast selbst ausgeloescht hat. Ein perverses und vor allem unrealistisches Weltbild, eine Art Kommunismus, wurde versucht innerhalb von vier Jahren durch eine radikale Revolution durchzusetzen. Jeder der sich dem widersetzte wurde hingerichtet. Man nahm sogenannte Saeuberungen vor – Intelektuelle, Lehrer, Wissenschaftler, Auslaender, Baenker und vor allem Frauen und Kinder wurden aus den grossen Staedten evakuiert (grosse Staedte sollte es nicht mehr geben – Banken, Krankenhaeuser und Schulen wurden abgerissen – Buecher verbrannt und Religion verboten). Man brachte viele Gefangene aus der Stadt, wo sie dann hingerichtet wurden an einem dafuer ausgewaehlten Platz. Bis zu 300 Hinrichtungen an einem Tag fuehrten die Roten Khmer bei den Killing Fields durch. Fuer die Leichen gab es Massengraeber die ueberfuellt waren. Da Munition zu wertvoll war, wurden die meisten mit Bambusschlaegen auf den Kopf hingerichtet (30 Schlaegen konnte ein Kopf in etwa standhalten). An einigen Baeumen waren Lautsprecher angebracht, aus denen ein lauter Ton droehnte um die schreie der Menschen zu uebertoenen. Hier standen wir vor dem Killing Tree – ein Baum an dem Kinder und Babys an den Fuessen gehalten zerschlage n wurden.
Mit einem flauen Gefuehl im Bauch schlenderten wir durch den Ort des Grauens. Die aus der staubigen Erde herrausragenden Kleidungsstuecke der Opfer machen deutlich, das noch nicht viel Zeit verstrichen ist, seitdem hier Soehne ihre Vaeter und Muetter, Brueder und Schwestern ermordeten.
In dieser Zeit liessen 3 Millionen Menschen ihr leben – allein auf den Killing Fields waren es 30000 Opfer zu deren Gedenken ein Turm errichtet wurde, in dem sich auf den verschiedenen Etagen Schaedel und Knochen befinden – ein furchtbarer Anblick.
An dem Souvenierladen (ja, ein Souvenierladen bei einer solchen Gedenkstaette) vorbei gingen wir betroffen zu Mr. Yasmine – das ganze musste sich zu seinen Lebzeiten abgespielt haben und wir machten unser Mitleid kund. Ich fragte ihn wie viel er von dem ganzen mitbekommen hatte. Bei der Antwort hielten wir den Atem an und bekamen Gaensehaut. Mit gebrochenem englisch sagt er uns, das seine Frau, seine Mutter, sein Vater und seine Tante auf den Killing Fields liegen. Er selbst verbrachte eine lange Zeit in Gefangenschaft. Leute, Mr. Yasmine verdient einen grossen Teil seines Geldes, indem er Touristen an den Ort bringt, wo seine Familie ausgeloescht wurde. Die Sache mit der Shooting Farm hatte, wie ihr euch denken koennt ihren Reiz verloren. Wer kann nach so einer Tour mit Gewehren um sich ballern? Auf der Rueckfahrt unterhielten wir uns viel ueber die grausamen Folter Methoden und kamen dabei auf Horror Filme zu sprechen. Wir sprachen ueber einen Bericht, den ich vor laengerer Zeit gelesen hatte, der von der Entwicklung und Aufmachung von Filmen in der heutigen Zeit handelt. Waren es vor einigen Jahren eher Filme in denen man sich mit der Opferrolle identifizierte, fiebert man heute ueberwiegend mit dem Taeter mit. Es findet ein Perspektivwechsel statt und eine Grauzone was Gut und Boese betrifft entsteht. Wurde in einem Horrorfilm fuer das davonlaufende Opfer gehofft, das es entkommt und ueberlebt – hofft man heute mit den Taetern (wie z.B. in Filmen wie SAW oder aktuell im Kino Gesetz der Rache). Unbewusst wuenscht man sich nahezu, das die ganzen interessanten Plaene und trickreichen Foltererfindungen aufgehen. Spielen die Opferrollen unsympatische und abstossende Persoenlichkeiten wie Junkies, Prostituierte oder Gesetzesuntreue wie Moerder und Vergewaltiger, so neigt man dazu sich zum Richter auf zu spielen und beruhigt sich mit dem Gedanken, das solche Menschen es verdient haetten auf eine folternde und quaelende Art und Weise das Leben zu lassen. Das waren so unsere Themen und wir wurden angesichts der Killing Fields wuetend ueber Filme, die gewaltverherrlichend sind und wie man es als lebendiger Christ vertreten kann Filme dieser Art zu gucken und wir wissen von vielen, die kein Problem haben sich solche Inhalte an zu tun – aber natuerlich: es ist ja nur ein Film. Es macht doch keinen Unterschied durch welche Scheibe man sich fragliche Inhalte reinzieht – ob durch ein Fenster oder eine digitale Roehre. Die Morde auf den Killing Fields sind real, Folter und Mord gibt es heute wie gestern. Wir finden es alle abstossend und wuerden wir an einem Ort der Misshandlung live dabei sein, so wuerden wir schreien und den Anblick nicht aushalten koennen. Wie kann es sein, das es okay ist so einen Schrott zu inszenieren, zur Unterhaltung von vielen? Was ist das fuer ein zeitvertreibendes Entertainment: Suende in Szene gesetzt zu gucken? Fuer uns macht es keinen Unterschied, durch welche Scheibe Inhalte wie diese geguckt werden. Das ist etwas, was wir uns neu vor Augen fuehren wollen und weil es eine so wichtige Entdeckung ist wollen wir es mit euch teilen- Lasst uns filtern, welche Inhalte wir durch unseren Augapfel lassen… Immer schoen sauber bleiben…
Yasmine zockte uns maechtig mit dem Preis fuer diese Fahrt ab, aber das war uns irgendwie egal, denn der ganze Kram machte uns echt zu schaffen.
Am naechsten Morgen ging es dann auch schon zum Flughafen.
Nach einer Stunde Flug waren wir schon wieder in Bangkok. Dieses mal um einen Einkaufsrausch bei Cliff und Olush hervor zu rufen. Cliff hat sich nen Anzug schneidern lassen und das MBK – Center wurde noch einmal erkundet. Etwas stressig wurde es noch, bevor wir den Bus Richtung Krabi nahmen. 14 Stunden Fahrt hatten uns fertig gemacht und wir dachten nur an duschen. Der Gedanke, das wir bald am Meer sein wuerden war wohl der einzige Antrieb, den wir noch hatten. Ab Krabi ging es dann 40 Minuten mit einem Holzboot auf die himmlische Halbinsel Raley. Olush und ich waren vor 3 Jahren schon mal hier – aber das war ausserhalb der Hochsaison. Doppelt so hohe Preise, doppelt so viele Leute und vor allem die ueberfuellten Straende machten uns etwas traurig. Aber es bleibt immer noch einer der schoensten Orte mit den farbenfrohen Sonnenuntergaengen, dem klaren, tuerkisen Wasser, dem nahezu weissen Sand und den ringsum maechtigen Felsformationen. Bei Nacht sind wir dann alleine am Strand und der Mond wirft sein Licht auf die im Wasser treibenden Fischerboote und die unzaehlbaren Sterne am Himmel lassen uns einfach nur den Schoepfer anbeten. Wer noch nie den blau funkelnden Plankton bei Nacht hat leuchten sehen, der wird nicht verstehen wovon ich rede. Es sind Sterne am Himmel und im Wasser. Es ist zauberhaft.
Doch je laenger wir unterwegs sind und je mehr wir sehen, desto mehr kommt der Gedanke dieses Liedes in uns auf:
Wir haben eine gute Gemeinschaft und duerfen Gottes veraendernde Kraft erfahren – das ist Gnade und das ist das wertvollste an der Reise.
Bis bald